Tesla Impact Report 2025
Was in Teslas 216-seitigem Nachhaltigkeitsbericht steht: die wichtigsten Zahlen, die fünf Bereiche und ein genauer Blick darauf, wo Deutschland vorkommt.

In einem Satz
Tesla legt auf 216 Seiten seine Nachhaltigkeitsbilanz vor: rund 37 Millionen Tonnen CO2e sollen die Produkte 2025 vermieden haben, und mittendrin steht immer wieder das Werk in Grünheide, vor allem beim Thema Wasser.
Einmal im Jahr veröffentlicht Tesla einen Bericht darüber, was das Unternehmen außerhalb der reinen Verkaufszahlen bewegt: wie viele Emissionen die Autos und Speicher vermeiden, wie sicher die Fahrzeuge fahren, woher die Rohstoffe kommen und wie die Fabriken mit Wasser und Energie umgehen. Die Ausgabe für 2025 ist die ausführliche Fassung mit 216 Seiten. Dieser Beitrag fasst zusammen, was drinsteht, zeigt die wichtigsten Zahlen und hebt am Ende gesondert hervor, wo Deutschland eine Rolle spielt.
Was der Impact Report ist
Der Impact Report ist Teslas jährlicher Nachhaltigkeitsbericht. Er ist entlang von fünf Bereichen aufgebaut: Unternehmensführung, Umwelt, Produkt und Sicherheit, Mensch und Gemeinschaft sowie Lieferkette. Dazu kommt ein umfangreicher Anhang mit den nackten Kennzahlen. Inhaltlich orientiert sich der Bericht an den internationalen Rahmenwerken TCFD und IFRS S2, mit denen börsennotierte Unternehmen ihre klimabezogenen Risiken offenlegen.
Wichtig zur Einordnung: Es ist ein Selbstbericht. Die Zahlen stammen von Tesla selbst, extern geprüft (im Sinne eines attest review) sind ausdrücklich nur die betrieblichen Emissionen aus Scope 1, 2 und 3, nicht jede einzelne Angabe im Dokument. Der Bericht will vor allem den positiven Effekt der Produkte zeigen.
Jeder der fünf Bereiche bekommt im Report ein eigenes Kapitel, dazu kommt ein Anhang mit den detaillierten Kennzahlen.
Die Topzahlen auf einen Blick
Acht Werte, die Tesla im Report besonders herausstellt. Alle beziehen sich auf das Berichtsjahr 2025, sofern nicht anders angegeben.
Umwelt: der Kern des Reports
Der größte Teil des Berichts dreht sich um Emissionen. Teslas zentrale Kennzahl: Die Kombination aus Fahrzeugen, Solaranlagen und Speichern habe den Kundinnen und Kunden 2025 ermöglicht, rund 37 Millionen Tonnen CO2e zu vermeiden. Zum Vergleich zieht der Report das Bild heran, das entspreche etwa 90 Milliarden Meilen mit einem Verbrenner.
Für ein einzelnes Fahrzeug rechnet Tesla so: Über ein Autoleben von rund 200.000 Meilen vermeidet ein Tesla im globalen Schnitt etwa 32 Tonnen CO2e, in den USA sogar rund 52 Tonnen. Zwar entsteht in der Herstellung eines E-Autos zunächst mehr CO2 als bei einem Verbrenner. Nach etwa vier Jahren oder 38.500 Meilen sei die Bilanz laut Report aber ausgeglichen, danach fährt das E-Auto im Plus.
Interessant wird es beim regionalen Vergleich der Lebenszyklus-Emissionen. Wie sauber ein E-Auto über sein Leben ist, hängt stark davon ab, wie der Strom im jeweiligen Netz erzeugt wird. In allen Regionen liegt Tesla laut Bericht unter dem Verbrenner, aber unterschiedlich deutlich: In Amerika sind es 71 Prozent weniger, in Europa sogar 73 Prozent, in China 45 Prozent.

Dass Europa hier vorn liegt, ist kein Zufall: Der Kontinent hat einen vergleichsweise hohen Anteil erneuerbarer Energie im Netz. Der Ladestrom, mit dem Tesla seine Autos lädt, spielt dabei die Hauptrolle. Und genau hier taucht Deutschland zum ersten Mal auf, dazu später mehr.
Teslas Leitzahl sind vermiedene Emissionen, also die Menge CO2, die durch den Einsatz der Produkte gegenüber einem Verbrenner nicht entsteht. Der Report weist selbst darauf hin, dass gängige Bilanzstandards diese vermiedenen Emissionen bisher nicht anrechnen. Tesla stellt sie trotzdem in den Mittelpunkt.
Beim eigenen Strom meldet Tesla: Das globale Supercharger-Netz wurde 2025 zum fünften Jahr in Folge zu 100 Prozent mit erneuerbarer Elektrizität gedeckt. Seit 2023 hat das Unternehmen über 2 Gigawatt Wind- und Solarkapazität in Nordamerika und Europa gesichert und diese Kapazität allein 2025 verdoppelt, unter anderem über langfristige Stromlieferverträge, sogenannte PPA. Das große Ziel bleibt Netto-Null über die gesamte Wertschöpfungskette bis 2040.
Produkt und Sicherheit
Im Produktkapitel geht es um bezahlbare Elektroautos, autonomes Fahren, das Laden und um Speicher für das Stromnetz. Der Sicherheitsteil enthält eine der meistdiskutierten Statistiken des Berichts: Mit aktiviertem FSD, dem überwachten Fahrassistenzsystem, zählt Tesla 0,19 schwere Unfälle je Million gefahrener Meilen. Zum Vergleich nennt der Report den US-Durchschnitt von 1,51, also rund achtmal so viele. Auch ohne FSD, aber mit aktiven Sicherheitsfeatures, liegt der Wert mit 0,46 klar unter dem Schnitt.
Die Werte stammen aus Teslas eigener Flottenauswertung, der US-Durchschnitt aus NHTSA-Daten.
Beim Laden legt der Report Zahlen zum Wachstum vor: 2025 kamen über 12.000 neue Ladepunkte hinzu, insgesamt lieferte das Netz 6,5 Terawattstunden sauberen Strom und vermied damit über 12 Millionen Tonnen CO2e gegenüber Verbrennern. Die neue V4-Technik lädt Pkw mit bis zu 500 Kilowatt und den Semi mit bis zu 1,2 Megawatt. In Nordamerika öffnete Tesla sein Netz für 14 fremde EV-Marken und expandierte in sechs neue Märkte: Chile, die Philippinen, Indien, Litauen, Estland und Saudi-Arabien.

Zwei weitere Produktzahlen fallen auf: Der elektrische Lkw Semi soll die Gesamtkosten (TCO) einer Flotte in Kalifornien um 50 Prozent senken, bei einem Verbrauch von 1,7 Kilowattstunden pro Meile. Und der geplante Cybercab soll mit geschätzten 6,1 Meilen pro Kilowattstunde deutlich effizienter fahren als heutige Modelle, das Model Y liegt bei 4,3.
Mensch und Gemeinschaft
Dieser Bereich dreht sich um die Belegschaft und das Umfeld der Fabriken. Nach eigenen Angaben hat Tesla weltweit rund 135.000 Arbeitsplätze geschaffen. Dazu kommen Nachwuchsprogramme wie die Engineering Week, bei der 2025 über 300 Schülerinnen, Schüler und Studierende die Fabriken besuchten. An mehreren Standorten gab es Earth-Day-Aktionen, und über 100 ausgemusterte Wall-Connector-Ladegeräte wurden aufbereitet und gespendet, statt sie zu entsorgen.
Auch Deutschland kommt in diesem Kapitel vor: In Berlin und Brandenburg startete 2025 ein eigenes Gemeinschaftsprogramm. Die Details dazu stehen weiter unten im Deutschland-Kapitel.
Lieferkette
Tesla bezeichnet sich als einen der weltweit größten Einkäufer von Rohstoffen für Elektroautos und stationäre Batteriespeicher (BESS). Der Report betont, wie viel Mühe in die Herkunft dieser Materialien fließt. 2025 sammelte das Unternehmen 50 Lebenszyklusanalysen von Zulieferern aller Stufen der Batterie-Lieferkette ein und erhielt über 540 Antworten auf einen eigenen Fragebogen zu Treibhausgasen.
Bemerkenswert ist eine Datenzahl: 84 Prozent der Treibhausgas-Daten in der Batterie-Lieferkette stammen inzwischen direkt von den Zulieferern statt aus allgemeinen Schätzdatenbanken, ein Plus von 17 Prozentpunkten gegenüber 2024. Beim Sourcing wird außerdem sichtbar, dass Stahl aus insgesamt 13 Ländern kommt, darunter Deutschland.
Deutschland im Report
Wer den Report nach Deutschland durchsucht, landet fast immer am selben Ort: der Gigafactory Berlin-Brandenburg in Grünheide. Das Werk ist Teslas einziger Fahrzeugstandort in Europa und taucht in gleich mehreren Kapiteln auf. Hier sind alle Stellen gebündelt.
Strom: dritter Jahrgang zu 100 Prozent erneuerbar
2025 wurde der gesamte Stromverbrauch der Gigafactory Berlin-Brandenburg rechnerisch zu 100 Prozent mit erneuerbaren Quellen gedeckt, das dritte Jahr in Folge. Damit ist das deutsche Werk innerhalb des Konzerns Vorreiter: Die Gigafactory in Texas erreichte im selben Jahr erstmals nur rund 30 Prozent.
Wasser: das große Thema in Grünheide
Kein Thema wird bei Grünheide öffentlich so heiß diskutiert wie der Wasserverbrauch, und der Report widmet ihm eine ganze Seite. Die Wasserintensität lag 2025 bei 1,51 Kubikmeter pro gebautem Fahrzeug. Das sei besser als bei allen etablierten Autobauern bis auf einen. Der entscheidende Punkt: Genehmigt sind 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr, tatsächlich verbraucht wurden 2025 aber nur etwa 0,3 Millionen, nach rund 0,45 Millionen im Jahr 2024. Eine neue Anlage auf dem Gelände bereitet bis zu 100 Prozent des Prozessabwassers wieder auf.
Eigene Darstellung nach den Angaben auf Seite 50 des Reports.
Noch anschaulicher wird es im direkten Vergleich mit der Nachbarschaft. Der Report stellt den Wasserverbrauch der Fabrik neben den anderer Industriebetriebe in Ostbrandenburg, mit Zahlen aus dem Umweltministerium des Landes Brandenburg. Neben Braunkohletagebau, Papierfabrik, Ölraffinerie und Stahlwerk fällt Teslas Balken kaum ins Gewicht.

Fertigung: weniger Erdgas, weniger Wasser
Auch bei den Produktionsprozessen nennt der Report konkrete Schritte aus Grünheide. In der Lackiererei begann Tesla 2025, die Brenner zu elektrifizieren, um Erdgas einzusparen, ein energieintensiver Prozess. Über die Werke in Berlin, Shanghai und Fremont hinweg sank der Wasserverbrauch je Fahrzeug um rund 50 Prozent gegenüber dem Branchenschnitt, unter anderem durch Hybrid-Kühltürme und den Wegfall von Abschreckbecken im Guss.
Nachbarschaft: das Community-Programm
Im Mai 2025 startete in Grünheide ein Gemeinschaftsprogramm, mit dem Tesla nach eigener Darstellung ein guter Nachbar sein will. Jede und jeder Beschäftigte am Standort bekommt zwei bezahlte Freiwilligentage im Jahr. Die Zahlen dazu:
Zertifikate und Sourcing
Zum Schluss ein paar kleinere, aber konkrete Deutschland-Bezüge aus dem Anhang: Das Werk Berlin-Brandenburg ist nach EMAS zertifiziert, dem europäischen Umweltmanagement-System, und Tesla Germany trägt eine Zertifizierung nach ISO 50001 für Energiemanagement. In Teslas Emissionsbilanz stehen die in Europa ausgelieferten Fahrzeuge stellvertretend für die Produktion in Berlin. Und beim Stahl-Einkauf ist Deutschland eines von 13 Herkunftsländern. Für 2026 kündigt der Report an, ein konzernweites Sicherheits-Event auch nach Grünheide zu bringen.
Kurz erklärt
TCFD
Task Force on Climate-related Financial Disclosures. Ein internationales Rahmenwerk, nach dem Unternehmen offenlegen, welche finanziellen Risiken und Chancen der Klimawandel für sie bedeutet. Tesla richtet den Report daran und am Nachfolgestandard IFRS S2 aus.
Scope 1, 2 und 3
Die drei Kategorien der Treibhausgas-Bilanzierung. Scope 1 sind direkte Emissionen aus eigenen Anlagen, Scope 2 die aus eingekauftem Strom, Scope 3 alles Uebrige entlang der Lieferkette und Nutzung. Bei Tesla macht Scope 3 den mit Abstand größten Teil aus.
CO2e
CO2-Aequivalent. Eine Rechengröße, die verschiedene Treibhausgase auf die Wirkung von Kohlendioxid umrechnet, damit sie sich zu einer Zahl addieren lassen.
Lebenszyklus-Emissionen
Alle Emissionen eines Produkts von der Herstellung über die Nutzung bis zum Lebensende, zusammengezählt. Nur so lassen sich E-Auto und Verbrenner fair vergleichen, weil beim E-Auto viel in der Produktion und beim Verbrenner viel im Betrieb anfällt.
PPA
Power Purchase Agreement, ein langfristiger Stromliefervertrag. Tesla sichert sich darüber feste Mengen Wind- und Solarstrom und rechnet damit seinen Verbrauch als erneuerbar an.
Netto-Null
Der Zustand, in dem ein Unternehmen unterm Strich keine zusätzlichen Treibhausgase mehr in die Atmosphäre bringt. Restemissionen werden vermieden oder ausgeglichen. Teslas Ziel dafür ist 2040.
FSD
Full Self-Driving. Teslas Fahrassistenzsystem, das im Report als überwachte Variante geführt wird: Es fährt weitgehend selbstständig, die fahrende Person muss aber jederzeit eingreifen können.
TCO
Total Cost of Ownership, die Gesamtkosten über die Lebensdauer eines Fahrzeugs. Neben dem Kaufpreis zählen dazu Energie, Wartung und Reparaturen. Beim elektrischen Lkw Semi liegt dieser Wert laut Report deutlich unter dem eines Diesels.
BESS
Battery Energy Storage System, also ein stationärer Batteriespeicher für das Stromnetz. Bei Tesla sind das die Produkte Megapack und Powerwall, die Schwankungen im Netz ausgleichen.
Wasserintensität
Die Menge Wasser, die im Schnitt für ein einzelnes gebautes Fahrzeug verbraucht wird. Sie macht Fabriken unterschiedlicher Größe vergleichbar. Für Grünheide nennt der Report 1,51 Kubikmeter pro Fahrzeug.
EMAS
Eco-Management and Audit Scheme, ein freiwilliges Umweltmanagement-System der EU. Ein Betrieb dokumentiert und verbessert dabei nachprüfbar seine Umweltleistung. Das Werk Berlin-Brandenburg ist danach zertifiziert.
ISO 50001
Eine internationale Norm für Energiemanagement. Sie verlangt, dass ein Unternehmen seinen Energieeinsatz systematisch erfasst und fortlaufend effizienter macht. Tesla Germany trägt diese Zertifizierung.