Midjourney
Die Bildqualität gilt weiterhin als Maßstab unter den KI-Bildgeneratoren, aktuell in Version 8.2. Es gibt keine Gratisstufe, und im Hintergrund läuft die Klage von Disney, Universal und Warner Bros.
Steckbrief
- Preismodell
- Abo
- Kosten
- ab 10 $/Monat, keine Gratisstufe
- Plattformen
- Web
- Wofür
- Erzeugt aus Textbeschreibungen Bilder mit ausgeprägter eigener Bildsprache, dazu kurze Videoclips aus bereits erzeugten Bildern.
Dafür
- Bildqualität und Ästhetik gelten weiter als Maßstab, Standardmodell ist V8.2 seit dem 24. Juli 2026
- Personalisierung lernt den eigenen Geschmack und prägt jede weitere Erzeugung
- Stil-Referenzen und Moodboards halten eine Bildsprache über viele Motive hinweg konstant
- Web-Oberfläche mit Editor: Bildteile ersetzen, Ausschnitt erweitern, vergrößern
- Unbegrenzter Relax-Modus ab dem Standard-Tarif für 30 $
- Stealth-Modus ab dem Pro-Tarif hält eigene Bilder privat
- Kurze Videoclips aus eigenen Bildern möglich
Dagegen
- Keine kostenlose Testversion, der Einstieg geht nur über ein Abo
- Im Basis-Tarif sind die rund 3,3 Fast-Stunden schnell aufgebraucht und es gibt keinen Relax-Modus
- Nicht genutzte Fast-Stunden verfallen zum Ende des Abrechnungszeitraums
- Eigene Bilder sind in Basis und Standard öffentlich sichtbar, privat erst ab dem Pro-Tarif
- Disney, Universal und Warner Bros. klagen wegen Urheberrechtsverletzung, das Verfahren ist in der Beweisaufnahme
- Oberfläche und Dokumentation nur auf Englisch
In einem Satz
Midjourney erzeugt aus einer Textbeschreibung Bilder mit einer eigenen, sofort erkennbaren Handschrift, kostet aber ab dem ersten Bild Geld.
Was das Werkzeug macht
Man tippt eine Beschreibung, Midjourney liefert dazu vier Bildvorschläge. Aus jedem Vorschlag lassen sich Varianten ziehen, Ausschnitte erweitern, einzelne Bildteile ersetzen oder Auflösungen vergrößern. Das läuft entweder in der Web-Oberfläche mit Editor oder wie früher über den Discord-Bot, beides greift auf dasselbe Konto zu. Aus einem fertigen Bild lässt sich zusätzlich ein kurzer Videoclip erzeugen.
Der Unterschied zu anderen Bildgeneratoren liegt weniger in der Technik als in der Haltung: Midjourney entscheidet ästhetisch mit. Wo andere Modelle eine Beschreibung möglichst wörtlich abbilden, ergänzt Midjourney Licht, Komposition und Stimmung nach eigenem Geschmack. Das ist ein Vorteil, wenn ein Bild wirken soll, und ein Nachteil, wenn es exakt einer Vorlage entsprechen muss.
Die Tarife
| Tarif | Preis pro Monat | Fast-Stunden | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Basic | 10 $ | rund 3,3 | kein Relax-Modus |
| Standard | 30 $ | 15 | Relax-Modus unbegrenzt |
| Pro | 60 $ | 30 | Relax unbegrenzt, Stealth-Modus |
| Mega | 120 $ | 60 | wie Pro, doppelte Kapazität |
Im Jahresabo sind alle Tarife rund 20 Prozent günstiger, Basic liegt dann bei etwa 8 $ und Mega bei etwa 96 $ im Monat. Eine kostenlose Testversion gibt es seit März 2023 nicht mehr.
Abgerechnet wird nicht pro Bild, sondern nach belegter Rechenzeit auf den Grafikkarten. Ein einzelner Auftrag mit vier Bildern verbraucht grob eine Minute, die neueren Modelle arbeiten deutlich schneller. Aus 3,3 Stunden im Basis-Tarif werden so etwa zweihundert Aufträge im Monat. Ab dem Standard-Tarif gibt es zusätzlich den Relax-Modus: unbegrenzt viele Aufträge, die sich in eine Warteschlange einreihen, statt sofort zu rechnen.
Versionen
Midjourney wechselt das Standardmodell mehrmals im Jahr, und der Wechsel verändert die Bildsprache spürbar. V8.0 startete am 17. März 2026 als Alpha, V8.1 folgte am 14. April 2026 und war ab dem 10. Juni das Standardmodell, seit dem 24. Juli 2026 rechnet V8.2 als Voreinstellung. Ältere Versionen bleiben per Parameter erreichbar, was für laufende Projekte wichtig ist: Wer eine Bildreihe angefangen hat, hält die Version besser fest, sonst passt das nächste Bild nicht mehr zu den vorherigen.
Was rechtlich zu beachten ist
Disney und Universal haben Midjourney am 11. Juni 2025 vor dem Bundesgericht in Kalifornien verklagt, Warner Bros. kam am 4. November 2025 mit einer eigenen Klage hinzu, die mit dem Disney-Verfahren verbunden wurde. Vorwurf ist die Verwendung geschützter Figuren im Training und in den erzeugten Bildern. Das Verfahren steckt in der Beweisaufnahme, Sachverständigengutachten sind ab Oktober 2026 vorgesehen, ein Urteil gibt es nicht. Unabhängig vom Ausgang gilt: Wer bekannte Film- oder Markenfiguren erzeugt und veröffentlicht, trägt das Risiko selbst.
Für wen sich das lohnt
Für Titelbilder, Illustrationen, Moodboards und Bildstrecken, bei denen es auf Wirkung ankommt, liefert Midjourney das beste Verhältnis von Aufwand zu Ergebnis. Wer dagegen Produktfotos mit exakten Details braucht, Text im Bild sauber gesetzt haben will oder in einer bestehenden Grafikdatei weiterarbeitet, ist mit anderen Werkzeugen besser bedient.
Alle Preise und Angaben mit Stand 26. Juli 2026.